Ungeschaffener Qur'an?



Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!
Danke an: www.qurananswers.me
Vorwort
Wenn ihr gedacht habt, dass die Clowns schon längst die unterste Schublade erreicht haben, so irrt ihr euch. Denn sie kommen mit mehr Tricks und sinken niveautechnisch tiefer.
Es wird behauptet,[1] dass der Islam nicht den Monotheismus lehrt. Der Qur’an sei gemäß Islam ein separater Teil Allahs. Die Behaupter begehen den Fehler, philosophisch zu argumentieren, obwohl wir es von ihnen gewohnt sind, dass sie die islamischen Texte falsch wiedergeben, falsch anwenden, den Kontext ignorieren oder manipulieren und weitere Formen der Täuschung anwenden, für die sie sehr bekannt sind. Jedoch bei dem Versuch, philosophisch zu argumentieren, greifen sie trotzdem zu solchen Tricks zurück.
Quelle des Hauptarguments
Sie stützen ihre Behauptung auf ein Missverständnis und einer falschen eigenen Erklärung einiger Hadithe des Propheten Muhammad ():[2]
عن أبي أمامة رضي الله عنه قال‏:‏ سمعت رسول الله صلى الله عليه وسلم يقول‏:‏ ‏ “‏ اقرءوا القرآن فإنه يأتي يوم القيامة شفيعًا لأصحابه‏”
Abu Umamah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) sagen: „Lest den Qur’an, da er am Tag des Gerichts als Fürsprecher für dessen Leser auftreten wird.“ [Sahih Muslim, Buch 9, Hadith 991]
Imam Nawawi erklärt den Hadith wie folgt:
Dieser Hadith zeigt die Wichtigkeit der Qur’anrezitation und der Einhaltung seiner Anordnungen. Fürsprache (in diesem Hadith) bedeutet, dass der Qur’an durch Allah mit der Fähigkeit des Sprechens ausgestattet sein wird und Allah darum bitten wird, die Sünden des Rezitierenden zu vergeben, welcher nach seinen (Qur’an) Lehren gefolgt ist. Allah wird die Bitte des Qur’an akzeptieren, so wie es in anderen Ahadith erwähnt wird [Riyad-us-Saliheen, Kapitel 180].
Hier behaupten einige Islamfeinde, dass bei diesem Kommentar der Qur’an mit der Möglichkeit, sprechen zu können, ausgestattet sein wird, wobei dies in den Hadithen selbst nicht erwähnt sei. Diese Behauptung ist pure Unehrlichkeit  ihrerseits, da sie oft auch Hadithe zitieren, bei denen klar und deutlich ist, dass der Qur’an für dessen Rezitierer sprechen wird.
Darüber diskutieren wir weiter unten. 
In einer anderen Überlieferung heißt es:
Allahs Gesandter (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) sagte: „Das Fasten und der Qur’an werden für den Menschen als Fürsprecher eintreten. Das Fasten sagt: „O mein Herr, ich habe ihn von seinem Essen und seiner Lust tagsüber fern gehalten, so akzeptiere meine Fürsprache für ihn.“ Der Qur’an sagt: „Ich habe ihn nachtsüber vom Schlaf ferngehalten, so akzeptiere meine Fürsprache für ihn.“ Und ihre Fürsprachen werden akzeptiert.“ [Jami‘ At-Tirmidhi, Hadith 1963]
Wir haben eine ähnliche Ayah im Qur’an für die Leugner der Wahrheit:
يَوْمَ تَشْهَدُ عَلَيْهِمْ أَلْسِنَتُهُمْ وَأَيْدِيهِمْ وَأَرْجُلُهُمْ بِمَا كَانُواْ يَعْمَلُونَ
Qur’an 24:24
an dem Tage, wo ihre Zungen und ihre Hände und ihre Füße gegen sie das bezeugen werden, was sie getan haben.
Der Kommentar des Ibn Kathir bezüglich der Ayah lautet wie folgt:
Ibn Abi Hatim berichtete, dass Ibn `Abbas sagte: „Dies bezieht sich auf die Götzendiener, wenn sie realisieren werden, dass niemand das Paradies betreten wird außer jene, die Salah verrichteten. Sie werden sagen: „Kommt, lasst uns (alles) leugnen.“ Dann werden sie (alles) leugnen, jedoch werden ihre Munde verschlossen und ihre Hände und Füße werden gegen sie selbst zeugen, und sie werden nicht dazu fähig sein, irgendetwas vor Allah zu verbergen.“ Ibn Abi Hatim hat ebenso berichtet, dass Anas bin Malik sagte: „Wir waren mit dem Propheten und er lächelte so sehr, dass man seine hinteren Zähne zu sehen waren und sagte dann:
«أَتَدْرُونَ مِمَّ أَضْحَكُ؟»
(Weißt du, wieso ich grinse?) Wir sagten: „Allah und Sein Gesandter wissen es am Besten.“ Er sagte:
«مِنْ مُجَادَلَةِ الْعَبْدِ لِرَبِّهِ يَقُولُ: يَا رَبِّ أَلَمْ تُجِرْنِي مِنَ الظُّلْمِ؟ فَيَقُولُ: بَلَى، فَيَقُولُ: لَا أُجِيزُ عَلَيَّ شَاهِدًا إِلَّااِمنْ نَفْسِي، فَيَقُولُ: كَفَى بِنَفْسِكَ الْيَوْمَ عَلَيْكَ شَهِيدًا وَبِالْكِرَامِ عَلَيْكَ شُهُودًا، فَيُخْتَمُ عَلَى فِيهِ وَيُقَالُ لِأَرْكَانِهِ: انْطِقِي فَتَنْطِقَ بِعَمَلِهِ، ثُمَّ يُخَلَّى بَيْنَهُ وَبَيْنَ الْكَلَامِ فَيَقُولُ: بُعْدًا لَكُنَّ وَسُحْقًا فَعَنْكُنَّ كُنْتُ أُنَاضِلُ»
(Aus dem Grund, auf welche Art und Weise eine Person mit seinem Herrn streiten wird. Er wird sagen: „O Herr, hast denn nicht du mich davor bewahrt, Schlechtes zu begehen?“ Allah wir sagen: „Natürlich.“ Die Person wird sagen: „Ich werde nicht akzeptieren, dass jemand außer mir über mich selbst Zeugnis ablegt.“ Allah wird sagen: „Du reichst als Zeuge gegen dich selbst aus.“ Dann wird ein Siegel auf sein Mund gesetzt und es wird zu seiner Veranlagung gesagt: „Sprich.“  So werden sie über seine Taten sprechen. Dann wird ihm wieder erlaubt sein, zu sprechen, und er wird sagen: „Hinfort mit euch! Ich wollte nur zu eurer Verteidigung sprechen!““ Dies wurde bei Muslim und An-Nasa’i berichtet.
Fasten und Rezitieren des Qur’an sind gute Taten, welche dem Gläubigen zu Gunsten Fürsprache einlegen werden, während für schlechte Menschen die einer Handlung beteiligten Körperteile gegen die böse Person Zeugnis ablegen werden.
Die Bedeutung des Qur’an als Fürsprecher
Die Fürsprache des Qur’an ist nicht die Fürsprache des Buches sondern der guten Tat, den Qur’an zu rezitieren. Dies ist kein Konzept sondern eine Handlungsweise. Es wird nicht gesagt, dass „der eine“ Qur’an als Fürsprecher auftreten wird, sondern die Tat jeder Person (Fasten und Rezitieren des Qur’an) wird im Jenseits mit der Sprache ausgestattet sein. Wir wissen dies, da das Fasten für einen Menschen Rechenschaft ablegen wird. Fasten ist kein Geschöpf sondern eine Handlung/Tat und die resultierenden guten Taten daraus werden die Möglichkeit haben, am Tage des Gerichts zu sprechen und dahingehend für die Gläubigen Fürsprache ablegen.
Ist das Fasten ebenso ein göttliches Geschöpf? Das Fasten und das Rezitieren des Qur’an sind gute Taten und keine Geschöpfe. Dieses Verständnis, welches wir unten weiterhin erklären werden, widerlegt das Argument, dass der Qur’an die Identität jeder einzelnen Person wissen müsse, welcher ihn rezitierte. Damit wollen nämlich einige Islamkritiker beweisen, dass der Qur’an Bewusstsein dahingehend besitzen müsse, dass er sich an alle Rezitatoren bis zum Tage des Gerichts, die ihn rezitiert haben, erinnern muss.
Die Engel schreiben Gutes und Schlechtes auf. Einige der guten Taten werden mit der Möglichkeit ausgezeichnet, sprechen zu können – durch die Hilfe Allahs (u) und nicht selbständig![3]
Weiterhin bedeutet Qur’an Rezitation und wenn wir lesen, dass der Qur’an als Fürsprecher fungieren wird, wird er nicht als separates Geschöpf sondern als gute Tat (Rezitation), welche für den Rezitierer Fürsprache einlegen wird, fungieren. 
Der Prophet (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) sagte:
„Der Qur’an ist ein Fürsprecher, etwas, dem die Erlaubnis der Fürsprache gegeben wurde.“ (Al-Tabarani).
Wenn der Qur’an ein separates Geschöpf wäre, müsste er keine Erlaubnis hierfür bekommen. Allah (u) würde dem Qur’an (d.h. der Rezitation) erlauben, dazwischenzutreten. In anderen Worten: er hätte die Erlaubnis von Allah (u), eine menschliche Gestalt anzunehmen (mehr dazu unten), zu kommunizieren und für den Rezitierer einzuspringen.
Imam Tahawi sagt aus:
Wir debattieren nicht über den Qur’an und wir bezeugen, dass er die Rede des Herrn der Welten ist, mit dem der zuverlässige wahrhafte Geist hinabstieg und den geehrtesten aller Gesandten – Muhammad – lehrte. Es ist die Rede Allahs und keine Rede irgendeines Geschöpfes ist dieser ähnlich. Wir sagen nicht, dass sie (die Rede) geschaffen wurde und wir gehen nicht gegen die Gemeinschaft (jama’a) der Muslime diesbezüglich. [Aqida al-Tahawiyya]
Die Islamfeinde verstehen nicht die Aussage und behaupten, dies zeige, dass es neben Allah eine weitere ungeschaffene „Persönlichkeit“ laut islamischer Lehre gibt. „Ungeschaffen“ zu sein macht ein etwas nicht zum Schöpfer[4] und dies trifft auf das Sprechen Allahs ebenso zu; es ist ein Attribut Allahs und keine separate „Persönlichkeit“. Allah ist mit all seinen Eigenschaften eine Essenz und ein „Wesen“.
Allah hört alles, jedoch ist Sein Hören kein separates Wesen.[5] Das Sprechen Allahs ist eines Seiner Attribute, jedoch die Tinte und das Papier mit dem und auf dem es geschrieben ist, sind geschaffen. Die Liebe und Barmherzigkeit Allahs haben ebenso immer existiert und diese sind ebenso Attribute Allahs.
Islamfeinde zeigen weiterhin ihre Ignoranz, indem sie behaupten: 
Wenn Allah (u) alleine existiert und - der Qur’an ist ebenso ungeschaffen - dann muss auch der Qur’an in gewisser Weise Allah (u) selbst sein.
Der Qur’an ist die Rede Allahs (u), welche eine Eigenschaft Allahs (u) ist und ist ungeschaffen, jedoch nicht Allah (u). Wie zuvor gesagt, wenn etwas ungeschaffen ist, bedeutet es nicht, dass es eine Gottheit ist, sondern es ist eine Eigenschaft Gottes (dass Seine Rede ungeschaffen ist).
Weitere Überlieferungen
Die folgenden Hadithe werden von den Islamfeinden zitiert, um ihre falsche Interpretation so zurecht zu biegen, um ihre heuchlerischen Argumente zu unterstützen.
عَنْ أَبِي هُرَيْرَةَ، عَنِ النَّبِيِّ صلى الله عليه وسلم قَالَ ‏”‏ سُورَةٌ مِنَ الْقُرْآنِ ثَلاَثُونَ آيَةً تَشْفَعُ لِصَاحِبِهَا حَتَّى يُغْفَرَ لَهُ ‏{‏ تَبَارَكَ الَّذِي بِيَدِهِ الْمُلْكُ ‏}‏
Abu Hurayrah berichtet: Der Prophet (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) sagte: Eine Surah des Qur’an, welche dreißig Verse beinhaltet, wird seinem Leser Fürsprache einlegen, bis ihm vergeben wird. Diese ist: „Segensreich ist Der, in Dessen Hand die Herrschaft ruht; und Er hat Macht über alle Dinge, (...)“ (Surah 67). [Sahih al-Bukhari, Buch 6, Hadith 1395]
يَقُولُ حَدَّثَنِي أَبُو أُمَامَةَ، الْبَاهِلِيُّ قَالَ سَمِعْتُ رَسُولَ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم يَقُولُ ‏ “‏ اقْرَءُوا الْقُرْآنَ فَإِنَّهُ يَأْتِي يَوْمَ الْقِيَامَةِ شَفِيعًا لأَصْحَابِهِ اقْرَءُوا الزَّهْرَاوَيْنِ الْبَقَرَةَ وَسُورَةَ آلِ عِمْرَانَ فَإِنَّهُمَا تَأْتِيَانِ يَوْمَ الْقِيَامَةِ كَأَنَّهُمَا غَمَامَتَانِ أَوْ كَأَنَّهُمَا غَيَايَتَانِ أَوْ كَأَنَّهُمَا فِرْقَانِ مِنْ طَيْرٍ صَوَافَّ تُحَاجَّانِ عَنْ أَصْحَابِهِمَا اقْرَءُوا سُورَةَ الْبَقَرَةِ فَإِنَّ أَخْذَهَا بَرَكَةٌ وَتَرْكَهَا حَسْرَةٌ وَلاَ تَسْتَطِيعُهَا الْبَطَلَةُ ‏”‏ ‏.‏ قَالَ مُعَاوِيَةُ بَلَغَنِي أَنَّ الْبَطَلَةَ السَّحَرَةُ
Abu Umama sagte, dass er den Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) sagen hörte: „Rezitiert den Qur’an, denn am Tage des Gerichts wird er Fürsprecher für jene, die ihn  rezitieren, sein. Rezitiert die zwei längsten, al-Baqara und Surah Al ‘Imran, denn am Tage des Gerichts werden sie als zwei Wolken oder zwei Schatten kommen, oder als zwei Herden Vögel in Reihen, flehend für jene, die diese (beiden Surahs) rezitieren. Rezitiert Surah al-Baqara, denn das Rückgreifen auf ihr ist ein Segen und das Aufgeben (der Rezitierung der Surah) ist die Ursache des Betrübnisses und die Magier können ihr nicht entgegenstehen.“ (Mu’awiya sagte: Es wurde mir überliefert, dass Batala hier „Magier“ bedeutet.) [Sahih al-Muslim, Buch 6, Hadith 302]
Zwei Behauptungen diesbezüglich sind folgende:
„Zwei Herden Vögel“ ist ein interessantes bildliches Element oder eine Analogie, da Herden aus mehreren Wesen bestehen, so wie wenn jede dieser surahs mehrere Persönlichkeiten in und an sich haben. Vielleicht bezieht es sich auf die vielen Verse, die in jeder Surah (in den beiden) enthalten sind, sodass sie eine eigene Persönlichkeit haben?
Wenn wir von den falschen Interpretationen, welche aus den Hadithen förmlich herauserzwungen werden, absehen, so spricht die korrekte Bedeutung der Hadithe gegen den Betrug der Islamfeinde.
Wir haben oben schon gesagt, dass das Rezitieren und Fasten am Tag des Gerichts als Fürsprecher mit Körpern und Stimmen erscheinen werden. Diese Überlieferungen beweisen weiterhin, dass Taten als Wolken, Schatten oder Herden hervorkommen werden. Das Rezitieren ist keine einzelne gute Tat, und dass diese multiplen guten Taten als Herden erscheinen werden, macht komplett Sinn. 
Hafiz Zubair Alizai sagt aus:
Gemäß den Leuten des Wissens ist die Bedeutung des Hadithes dieser, dass die Belohnungen, sie rezitiert zu haben, kommen sollen.  Dies ist die Art und Weise, wie die Leute des Wissens diesen Hadith erklärt haben und ähnliche Ahadith, bei denen das Rezitieren des Qur’an als gute Taten kommt. Und im Hadith des An-Nawwas bin Sam‘an über den Propheten  wird bewiesen, was sie gesagt haben, denn der Prophet hat gesagt: „Und die Leute, die auf der Erde demgemäß handeln.“ Hier ist also der Beweis dafür, dass dies sich auf das Kommen der Taten bezieht.
Gemäß diesem Hadith werden die beiden Surahs für die Person bitten und ihn verteidigen und so ihre Belohnung für die Rezitation derer erlangen. Diese Menschen kann man zudem dadurch unterschieden, dass sie am Tage des Gerichts – wenn man Schatten benötigt – als Belohnung für das Rezitieren dieser beiden Surahs Schatten in der Form von einer Überdachung, Wolke oder durch die Flügel der Vögel gespendet wird – für jene, die demgemäß handelten. 
Das bloße Lesen des Textes ist genug Beweis dafür, dass die guten Taten des Fastens und der Rezitation des Qur’an als Fürsprecher am Tag des Gerichts auftreten werden. Wenn jemand den gesamt existierenden Kontext ignoriert, dann wäre dessen Verständnis beim bloßen Lesen des Textes etwas anderes, das nicht richtig wäre.
Die Polytheisten machen noch folgende Behauptung:
Dies bedeute, dass über 6.000 unabhängige Persönlichkeiten existieren, welche die Einheit und Persönlichkeit des Qur’an ausmachen!
Der Grund, wieso es den Polytheisten am meisten weh tut, ist, weil der Qur’an DAS EINZIGE BUCH ist, das behauptet, VON ALLAH (u) zu sein. Nicht einmal die Bibel selbst macht diese Behauptung. Es ist ein von Menschen geschriebenes Buch, welches über GOTT spricht, jedoch ist der Qur’an die direkte Rede ALLAHS (u) in erster Person. Kein anderes Buch trifft diese Behauptung.
Dennoch zwingt das geheime schlechte Gewissen der Götteranbetung der Nicht-Muslime dazu, mit absurden Behauptungen zu versuchen, den Islam zu widerlegen, um die eigene Götterwelt irgendwie zu rechtfertigen.
Die Rezitation wird Menschenform annehmen
Es wurde berichtet, dass Buraydah sagte: Ich hörte den Propheten sagen: „ Die Rezitation wird dessen Gefährten (den Rezitierer) am Tag des Gerichts treffen, wenn sein Grab für ihn geöffnet ist, in der Form eines blassen Mannes. Sie (die Rezitation) wird ihm sagen: „Erkennst du mich wieder?“ Er wird sagen: „Ich erkenne dich nicht wieder.“ Sie wird sagen: „Ich bin dein Gefährte, der Qur’an, der dich an heißen Tagen dursten ließ und Nachts wach hielt. Jeder Händler wird von seinem Geschäft profitieren und heute wirst du von deinen guten Taten profitieren.“ Ihm wird in seine rechte Hand Herrschaft und in seine linke Hand ewiges Leben gegeben und er wird mit einer Krone der Würde gekrönt und seine Eltern werden mit unbezahlbaren Kleidern gekleidet – derart, wie man sie auf dieser Erde niemals gesehen hat.  Sie werden sagen: „Wieso wurden wir mit diesen gekleidet?“ Es wird gesagt: „Weil euer Sohn den Qur’an zu rezitieren pflegte.“ Dann wird ihm gesagt: „Rezitiere und steige/fahre zu den Stufen des Paradieses hinauf.“ Und er wird aufsteigen, solange er rezitiert, entweder mit einem schnellen oder langsamen Tempo.“ Berichtet von Ahmad in al-Musnad (394) und Ibn Maajah in al-Sunan (3781); al-Busayri klassifizierte dies als hasan in al-Zawaa’id und al-Albaani in al-Silsilah al-Saheehah (2829)
Basierend darauf, was wir bis hierhin verstanden haben, haben wir folgende Dinge erkannt:
·      Allah (u) ist ungeschaffen
·      Der Qur’an ist Allahs (u) Rede
·      Die Rede Allahs ist Allahs (u) Eigenschaft
·      Die Tat, Allahs (u) Rede zu rezitieren d.h. die guten Taten hieraus werden in menschlicher Form nach dem Tode erscheinen und für den Rezitierer der Rezitation als Fürsprecher eintreten.
Ist der Qur’an nun ungeschaffen?
Die folgenden Ayah und Hadith werden zitiert und dabei wird behauptet, dass der Qur’an geschaffen ist:
Qur’an 43:3
Wahrlich, Wir haben ihn zu einem Qur’an in arabischer Sprache gemacht, auf dass ihr (ihn) verstehen möget.
‘Abdullah bin Mas‘ud sagte: „Allah hat weder in den Himmeln noch auf der Erde etwas erschaffen, das großartiger/prächtiger ist als die Ayat Al-Kursi.“ Sufyan sagte: „Weil die Ayat Al-Kursi die Rede Allahs ist und Allahs Rede prächtiger ist als Allahs Schöpfung der Himmel und der Erde.“ [Jami‘ At-Tirmidhi, Band 5, Buch 42, Hadith 2884]
Lasst uns den Qur’an-Vers auf arabisch anschauen:
إِنَّا جَعَلْنَـهُ قُرْءاناً عَرَبِيّاً لَّعَلَّكُمْ تَعْقِلُونَ
Inna j’alnahu Qur’aanan ‘Arabiyyan l’allakum ta’qiloon
Wahrlich, Wir haben ihn zu einem Qur’an in arabischer Sprache gemacht, auf dass ihr (ihn) verstehen möget.
Das Wort (جعل), welches als „machen“ übersetzt wird, bezieht sich nicht auf die Schöpfung. Es bezieht sich auf machen (welches unterschiedlich zu „erschaffen“ ist), gestalten, hervorbringen oder präsentieren. Andere englische (denn in deutschen oft „machen“) Übersetzungen benutzen anstelle von „machen“ festlegen, verursachen, aufbauen, offenbaren, senden, verkünden. Kein Übersetzer übersetzt dies als „erschaffen“ und niemand, der arabisch lesen und sprechen kann, würde bei dem Vers auf die Idee kommen, dass Allah (u) hier von einer Schöpfung spricht. Die Rede Allahs (u) war mit Ihm auf eine Weise, wie wir es nicht wissen und er legte fest (جعل), diese auf arabisch festzulegen / zu verursachen /zu offenbaren / zu senden/ zu verkünden.
Was die Überlieferung angeht, so entsteht das Missverständnis ebenso aufgrund der Übersetzung; jedoch muss man hierbei nicht arabisch beherrschen, damit dieses entsteht. Die hinzugefügten Worte des Sufyan machen uns klar, dass die Ayat al-Kursi  die Rede Allahs (u) ist, welche großartiger als die Schöpfung ist. Der arabische Text ist:
مَا خَلَقَ اللَّهُ مِنْ سَمَاءٍ وَلاَ أَرْضٍ أَعْظَمَ مِنْ آيَةِ الْكُرْسِيِّ
Das ist, was die Überlieferung ausdrückt:
Allah (u) hat weder in den Himmeln noch auf der Erde (d.h. die gesamte Schöpfung) etwas erschaffen, das großartiger/prächtiger ist als die Ayat Al-Kursi (d.h. Seine Rede).
In anderen Worten: nichts aus der Schöpfung kann der Großartigkeit der Ayat al-Kursi gleichgestellt werden, was die Rede Allahs (u) ist. Nun anzunehmen, dass die Ayat al-Kursi etwas aus der Schöpfung ist, ist ein falsches Verständnis, das man diesem Hadith zuschreiben möchte (d.h. dies steht so gar nicht im Text des Hadithes) und ebenso kann dies nicht aufgrund der hinzugefügten Aussage des Sufyan behauptet werden.
Die Luh al-Mahfooz (die wohlverwahrte Tafel)
عَنِ النُّعْمَانِ بْنِ بَشِيرٍ، عَنِ النَّبِيِّ صلى الله عليه وسلم قَالَ ‏ “‏ إِنَّ اللَّهَ كَتَبَ كِتَابًا قَبْلَ أَنْ يَخْلُقَ السَّمَوَاتِ وَالأَرْضَ بِأَلْفَىْ عَامٍ أَنْزَلَ مِنْهُ آيَتَيْنِ خَتَمَ بِهِمَا سُورَةَ الْبَقَرَةِ وَلاَ يُقْرَآنِ فِي دَارٍ ثَلاَثَ لَيَالٍ فَيَقْرَبُهَا شَيْطَانٌ ‏”
An-Nu‘man bin Bashir berichtete, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) sagte: „Wahrlich, Allah schrieb in ein Buch zweitausend Jahre bevor Er die Himmel und die Erde schuf, wobei Er zwei Ayat daraus an das Ende der Surah Al-Baqarah sandte (auf die Erde als Teil der letzten Offenbarung). Wenn diese drei Nächte lang in einem Haus rezitiert werden, so wird kein shaytaan sich ihm (dem Haus) nähern.“ [Jami` at-Tirmidhi, Band 5, Buch 42, Hadith 2882]
Was die Stelle: wobei Er zwei Ayat daraus an das Ende der Surah Al-Baqarah sandte, betrifft, wird folgendes behauptet:  
Wenn die gesamte Surat Al-Baqarah in diesem Buch  (die wohlverwahrte Tafel) war, würde dies nicht erklären, wieso diese Verse kraftvoller sind als andere Verse in dieser Surah... Die Betonung, dass diese beiden Verse aus diesem bestimmten Buch  stammen, wäre sinnlos/unnötig, da alle Verse des Qur’an aus diesem Buch kämen.
Die Betonung ist nicht unnötig. Alle Ayaat kamen von der Luh al-Mahfooz; jedoch wird oftmals die Wichtigkeit bestimmter Ayaat durch diese Betonung hervorgerufen. Denn seitdem wir wissen, dass alle Ayaat von der Luh al-Mahfooz stammen, nehmen wir die gesamte Offenbarung ernst. Aber als der Prophet explizit erwähnte, dass diese und jene Ayah wichtig ist und darauf zurückgriff, dass diese von der Luh al-Mahfooz stammen, nehmen die Gläubigen diese Ayaat ernster.  
Es wird behauptet, dass seitdem die Luh al-Mahfooz vor der Schöpfung existierte, dies bedeutet, dass sie existierte, bevor es Raum und Ort gab und etwas, das 2000 Jahre vor der Schöpfung der Himmel und der Erde gemacht wurde, impliziert, dass Zeit existierte, bevor die Schöpfung existierte, wobei doch Zeit etwas ist, das Allah (u) erschaffen hat?
Sie fragen, ob Raum und Ort erst dadurch anfingen zu existieren, als die Himmel und die Erde erschaffen wurden und ob Allah (u) zeitunabhängig ist.
All diese Fragen sind jedoch unnötig, da diese kein menschlicher Verstand erfassen kann. Wenn wir diese Themen wirklich betreten, so werden wir keine Ergebnisse bekommen und die niemals endenden Theorien und Möglichkeiten wären erfolglos.
Raum und Ort könnten durch Allah (u) dadurch erschaffen worden sein, bevor die Himmel und die Erde erschaffen wurden, während die Zeit etwas ist, wovon wir nichts wissen. Philosophie liefert den Angelegenheiten des Verborgenen (welche nur Allah (u) sehen kann) keine Antworten. Etwas, das nicht der Menschheit erklärt und auch nicht wirklich verstanden werden kann, kann nicht verstanden und gewissenhaft erfasst werden und all diese Bemühungen sind fruchtlos.  
Wahrlich, Allah weiß es am Besten!






[1] Dieser Artikel bezieht sich auf die Behauptung von Sam Schamoun und Jochen Katz
[2] Alle Texte wurden von mir vom Englischen ins Deutsche frei übersetzt. Die originalen englischen Quellen findet ihr hier: https://qurananswers.me/2016/03/28/uncreated-quran-divine-conscious-agent/
[3] Im Qur’an heißt es:
إِذْ يَتَلَقَّى الْمُتَلَقِّيَانِ عَنِ الْيَمِينِ وَعَنِ الشِّمَالِ قَعِيدٌ – مَّا يَلْفِظُ مِن قَوْلٍ إِلاَّ لَدَيْهِ رَقِيبٌ عَتِيدٌ
Wenn die zwei aufnehmenden (Engel etwas) niederschreiben, zur Rechten und zur Linken sitzend, spricht er kein Wort aus, ohne dass neben ihm ein Aufpasser wäre, der stets bereit (ist, es aufzuzeichnen) (50:17-18)
وَإِنَّ عَلَيْكُمْ لَحَـفِظِينَ- كِرَاماً كَـتِبِينَ- يَعْلَمُونَ مَا تَفْعَلُونَ
Und über euch sind wahrlich Hüter, edle Schreibende, die wissen, was ihr tut. (82:10-12)
[4] Christen machen oft den Fehler, einige Eigenschaften einer bestimmten Person oder Sache als Gott zu betiteln, wenn es eine Eigenschaft gemeinsam mit Gott hat. So erklären sie Jesus zu Gott, weil er sündenlos gewesen ist, obwohl nicht nur das einen Gott ausmacht, sondern viel mehr, da Gott mehr Attribute hat als Jesus diese jemals hatte. Allah kann z.B. sprechen und wir Menschen auch. Trotzdem ähnelt Allah uns hierbei nicht, da Seine Worte ewiglich und ungeschaffen sind.
[5] Dies gilt zum Beispiel auch für Sein Wissen.

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